Verius-Fonds

Fehlinvestitionen: Kassen verlieren rund 170 Millionen Euro

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Berlin -

Mit Anlagen in einen Hochrisikoimmobilienfonds von Verius haben nach Recherchen von NDR, WDR und SZ wenigstens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen bundesweit Millionenverluste gemacht.

Eine der KVen, die in den Hochrisikofonds investiert hatten, ist die KV Baden-Württemberg. „Aus den der KVBW und anderen Betroffenen vorliegenden Erkenntnissen ergaben sich 2025 Anhaltspunkte dafür, dass die Anleger über Sicherheit und aufsichtsrechtliche Zulässigkeit dieser Anlagen bewusst getäuscht wurden. Deshalb haben die KVBW und andere Anleger Ende 2025 beim Landgericht Frankfurt Klage auf Schadensersatz eingereicht“, erklärte die KV vergangene Woche.

Laut der Tagesschau haben auch die KV Hessen, die Krankenkassen KKH, die BKK Gildemeister Seidensticker und die Pronova BKK Klage beim Landgericht Frankfurt eingelegt.

Nach Angaben der Tagesschau haben die KV Hessen 30 Millionen Euro und die KV Schleswig-Holstein 16 Millionen Euro investiert. Die KV Berlin, die KV Bremen und die KV Westfalen-Lippe (KVWL) weigerten sich auf Anfrage gegenüber der Tagesschau ebenfalls, die Summen zu nennen, die sie investiert hatten.

Auch die KV Westfalen-Lippe hat eine umfassende und objektive Prüfung und Aufarbeitung ihrer Finanzanlagen beauftragt. „Auf der Grundlage der entsprechenden Erkenntnisse werden sachlich veranlasste Compliance-Maßnahmen umgesetzt.“

Millionenverluste der Krankenkassen

Auch Krankenkassen haben durch Fehlinvestments Millionenbeträge verloren. Laut der Tagesschau ist die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hier mit einer demnach bestätigten Investition von 47,4 Millionen Euro an der Spitze. Die Pronova BKK investierte demnach 10 Millionen Euro, die BKK Gildemeister Seidensticker 7,9 Millionen Euro, die Novitas BKK 5 Millionen Euro, die MKK – Meine Krankenkasse 5 Millionen Euro und die IKK Südwest 2 Millionen Euro.

Laut Tagesschau haben auch die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse in ein Verius-Fonds-Produkt investiert. Die Beträge sind hier aber nicht bekannt.

Verluste von mehr als 170 Millionen Euro

Die laut der Tagesschau bestätigten Verluste addieren sich auf mehr als 170 Millionen Euro. Außerdem hat die Tagesschau aus Kreisen der Finanzfirmen gehört, dass insgesamt 28 Krankenkassen und KVen Geld über Umwege in die Fonds investiert haben sollen. Die Fehlinvestitionen würden sich dadurch sogar auf mehr als 500 Millionen Euro summieren.

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